Kreativitätstechniken: So fordern Sie Ihre Kreativität aktiv (Teil III)
Der mentale Verdauungsvorgang
Der nun folgende Schritt im Ideenfindungs-Prozess findet auf einer Meta-Ebene statt, die leider nur schwer zu beschreiben ist. Er ist vergleichbar mit dem Prozess, der stattfindet, wenn etwas gegessen wurde – es wird verdaut. Genauso wie im Verdauungsprozess nachträglich Energie für den Köper freigegeben wird, so werden nach dem vorherigen Schritt Prozesse angestoßen, in denen das Unterbewusstsein die gesammelten Informationen verarbeitet. Ideen und kreative Anstöße werden in Beziehung mit anderen Dingen gesetzt, Gedanken werden weitergeführt, Einfälle erweitert und genauer ausformuliert.
Wichtig in dieser Phase ist es, diese Gedanken aufzuschreiben oder auf andere Art und Weise festzuhalten, egal wie absurd sie auf den ersten Blick scheinen mögen. Hier können die Karteikarten oder das geführte Notizbuch aus dem vorherigen Schritt hilfreich sein. Eine Problematik dieser Phase ist es, diesen Gedankengängen nachzugehen, sie etwas weiterzuführen, bevor sich Neuem zugewandt wird, und zu versuchen, nicht zu schnell aufzugeben und einen Gedanken zu verwerfen.
Um in der Ideenfindung nun erfolgreich weiter voran zu kommen, ist es wichtig die Arbeit ruhen zu lassen, wenn einmal der Punkt erreicht ist, an dem keine neuen Ideen entstehen oder keinem Gedankengang mehr aktiv nachgegangen werden kann. An dieser Stelle ist es sinnvoll das Projekt zur Seite zu legen, Freizeitaktivitäten nachzugehen oder andere Dinge zu tun, die den Kopf komplett ablenken.[11]
Kontinuierlich darüber nachdenken
Als vorletzten Schritt auf der Suche nach der einen, idealen Idee, ist der beste Weg kontinuierlich über das Problem, das Produkt oder die Situation nachzudenken. Nicht zwingend immer aktiv, sondern auch passiv. Beispielsweise durch Hören von Musik, Golfen, Autofahren, auf der Fahrt in der U-Bahn oder vor dem Einschlafen. Das Unterbewusstsein befasst sich auch in Phasen, in denen nicht aktiv über das Problem nachgedacht wird, weiterhin mit diesem. Über einige Zeit hinweg, bei vielen Personen im Schlaf, formt sich so aus allen Ansätzen eine ideale Idee.[12] Wichtig ist es, diese, egal wann sie einfällt, aufzuschreiben.
Der letzte Schritt
Abschließend gilt es, die ideale Idee zur perfekten Verkaufsstrategie weiter zu entwickeln. Meist ist der Einfall vom Vortag am nächsten Tag nicht mehr ganz so überzeugend, wirkt nicht mehr ganz so stimmig. Entscheidend ist zu wissen, dass dies ganz natürlich ist und auch so gut wie allen Professionellen im Bereich der Werbung passiert. Wichtig in dieser Situation ist, die Idee weiterzuentwickeln, aufzuarbeiten, zu verfeinern, aus einigen anderen Blickrichtungen zu betrachten, um diese perfekt und standsicher gegenüber dem Kunden zu machen.[13] Sehr gute Leute im Bereich des Marketings unterscheiden sich von Guten dadurch, dass sie beharrlich an ihren Ideen arbeiten, um diese zu perfektionieren. Um die Qualität der finalen Idee zu überprüfen, gelten aktives Hinterfragen und das Einholen von Meinungen Außenstehender als die besten Methoden. So kann das Konzept abschließend auch gut an den Kunden gebracht werden.
Literaturverzeichnis (Teil I bis III)
Arden, Paul
Whatever you think, think the opposite, 2006, London
ISBN 0-141-02571-9
Arden, Paul
It’s not how good you are, 2003, London
ISBN 0-7148-4337-7
Frank, Milo O.
How to Get Your Point Across in 30 Seconds or Less, 1986, New York
ISBN 0-671-72752-4
Young, James Webb
A Technique for Producing Ideas, 1965, New York
ISBN 0-07-141094-5
[1] Paul Arden, It’s not how good you are, 2003, London, Seite 74
[2] in Anlehnung an James Webb Young, A Technique for Producing Ideas, 1965, New York, Seite 4 ff
[3] vgl. James Webb Young, A Technique for Producing Ideas, 1965, New York, Seite 7 ff
[4] vgl. Paul Arden, It’s not how good you are, 2003, London, Seite 93
[5] vgl. James Webb Young, A Technique for Producing Ideas, 1965, New York, Seite 12 ff
[6] vgl. James Webb Young, A Technique for Producing Ideas, 1965, New York, Seite 15 ff
[7] vgl. ebd., Seite 19 ff
[8] vgl. Paul Arden: Whatever you think, think the opposite, 2006, London
[9] vgl. James Webb Young, A Technique for Producing Ideas, 1965, New York, Seite 22 ff
[10] vgl. James Webb Young, A Technique for Producing Ideas, 1965, New York, Seite 22 ff
[11] vgl. James Webb Young, A Technique for Producing Ideas, 1965, New York, Seite 29 ff
[12] vgl. ebd., Seite 34 ff
[13] vgl. ebd., Seite 38 ff


